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Das kleine 1x1 der Weinschorle
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Anmerkung zur Weinschorle von Guido
No-Go oder feine Sache? Das kleine 1x1 der vielgescholtenen Weinschorle. Kaum ein Getränk spaltet die Weinwelt so sehr wie die Weinschorle. Für die einen ist sie ein Sakrileg, für die anderen der perfekte Sommerbegleiter. Ich gehöre eindeutig zur zweiten Fraktion. Es war ein heißer Sommertag in Rust. Gemeinsam mit anderen Dozenten der Weinakademie saß ich im Schandl, einem traditionsreichen Buschenschank direkt am Neusiedler See. Im Glas: eine Weinschorle, wie sie besser kaum sein könnte – kühl, ausgewogen, herrlich erfrischend, durstlöschend und dabei wohltuend belebend. Auf dem Rückweg beschlossen Roman Horvath MW und ich, den Abend auf der Hotelterrasse mit einem Nightcap ausklingen zu lassen. Also bestellten wir noch eine Weinschorle. Was serviert wurde, war allerdings das genaue Gegenteil: unharmonisch, bitter und völlig ohne Trinkfluss. Natürlich dauerte es nicht lange, bis wir darüber diskutierten, was eine wirklich gute Weinschorle ausmacht. Mischungsverhältnis, Temperatur, Weinstil, Wasser – plötzlich wurde aus einem einfachen Sommergetränk ein spannendes Fachgespräch. Hier meine wichtigsten Erkenntnisse: Das richtige Mischungsverhältnis Mit einem Verhältnis von 50:50 liegt man fast immer richtig. An heißen Sommertagen darf die Schorle gerne etwas leichter ausfallen – etwa 40 % Wein und 60 % Wasser. Wer es kräftiger mag – die „Gerd Müllers“ unter uns – wählt eben die umgekehrte Variante mit 60 % Wein. Der passende Wein Frisch, lebendig und mit einer guten Säure – so sollte der Wein sein. Riesling eignet sich mit seiner feinen Säurestruktur hervorragend für eine klassische Weinschorle. Für den österreichischen G'spritzten führt kaum ein Weg am Grünen Veltliner vorbei. Auch Rosé-Schorlen liegen derzeit voll im Trend. Schließlich trinkt das Auge mit. Eine süße Schorle mit Limonade hingegen ist – zumindest für meinen Geschmack – eher grenzwertig. Das richtige Glas Ob Pfälzer Dubbeglas, Henkelglas oder ein elegantes, dünnwandiges Weinglas – erlaubt ist, was gefällt. Ich persönlich bevorzuge das Weinglas. Es liegt angenehm in der Hand und bringt den Wein auch in der Schorle schön zur Geltung. Eiswürfel? Warum nicht? Wer seine Schorle gerne auf Eis trinkt, soll das tun. Man sollte allerdings bedenken, dass die Eiswürfel zusätzlich Wasser ins Glas bringen. Das Mischungsverhältnis darf deshalb ruhig etwas kräftiger gewählt werden. Welches Wasser? Meine Empfehlung lautet eindeutig: sprudelndes Mineralwasser. Gerade bei einer 50:50-Mischung sorgt die Kohlensäure für Frische, Lebendigkeit und den gewünschten belebenden Effekt. Fazit Die Weinschorle ist alles andere als ein No-Go. Richtig gemacht, ist sie ein wunderbarer Sommerwein: leicht, erfrischend, kalorienärmer und mit weniger Alkohol als ein Glas Wein pur. Vor allem aber macht sie genau das, was ein gutes Sommergetränk können sollte – sie belebt, löscht den Durst und macht Lust auf den nächsten Schluck. Am Ende gilt wie so oft beim Wein: Probieren geht über Studieren |
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